5 9 14 Eyes Explained

5 Eyes, 9 Eyes, und 14 Eyes erklärt

Zuletzt bearbeitet: 11 August 2019
Lesezeit: 4 Minuten, 57 Sekunden

Eye on Laptop

Wenn Sie sich für Privatsphäre interessieren, haben Sie vielleicht schon einmal die Begriffe „5 Eyes“ (dt. „5 Augen“), „9 Eyes“ und „14 Eyes“ gehört. So bezeichnet man verschiedene Zusammenschlüsse von mehreren Ländern mit dem Ziel, allerlei Daten zu sammeln und untereinander auszutauschen. Im Grunde sind diese Länder zu einer weltweiten Organisation geworden, mit Zugang zu einer gigantischen Menge an Informationen.

Als Inwohner einer dieser Länder ist es ratsam zu wissen, dass die eigene Regierung Informationen über Bürger mit anderen Regierungen teilt, denn dies hat gravierende Folgen für Ihre Privatsphäre. Was die 5, 9 und 14 „Augen“ tun, wie sie entstanden sind und was das für Ihren Datenschutz bedeutet, erläutern wir in diesem Artikel.

Der Ursprung von 5 Eyes

Die ursprüngliche „5 Eyes“-Allianz wurde in den 1940er-Jahren geschlossen, als Übereinkunft zwischen den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich. Dieses sogenannte UKUSA-Abkommen hatte zum Ziel, leichter Informationen zwischen den jeweiligen Geheimdiensten austauschen zu können. Später schlossen sich Kanada, Australien und Neuseeland dem UKUSA-Abkommen an, da die Länder im Commonwealth zusammenarbeiten und das gleiche Rechtsystem teilen. So wurden aus den zwei Augen die 5 Eyes, auch FVEY genannt.

Entwicklung des ECHELON Überwachungssystems

Während des Kalten Krieges entwickelten die 5 Eyes ein System zur Überwachung der sowjetischen Kommunikation. Mit diesem System, genannt ECHELON, werden heutzutage Milliarden Bürger weltweit abgehört und überwacht.

In den 90ern erfuhr die Öffentlichkeit von ECHELON, was zu einem kleinen Aufschrei in Europa und Amerika führte. Der 11. September und der folgende „War on Terror“ wurden jedoch als Argumente dafür angeführt, diese Praxis der Überwachung fortzusetzen und sogar zu steigern. Ab diesem Moment verschob sich der Fokus der Überwachung ins Internet, was Sinn macht, da das Internet zum weltweit wichtigsten Kommunikationsmittel wurde.

5 Eyes und die Zunahme der weltweiten Überwachung

Keylogger Hacker

Mit der Ausweitung des ECHELON Systems und dem Datenaustausch zwischen den 5-Eyes-Ländern wurde deutlich, dass weltweite Massenüberwachung Fakt ist. Sogar heute wird die Kommunikation zwischen Regierungsmitarbeitern und sogar zwischen Bürgern im großen Stil abgehört und zwischen den Ländern ausgetauscht. Dank des Abkommens ist das Maß der Überwachung im Laufe der Jahre stetig gestiegen.

Die Gesetzgebung in den USA verbietet es den eigenen Nachrichtendiensten, z.B. der NSA, amerikanische Bürger abzuhören. Diese Regel lässt sich umgehen, wenn diese Arbeit einem ausländischen, z.B. britischen Dienst überlassen wird. Dank des Abkommens kann der britische Nachrichtendienst die Daten einfach an die NSA weitergeben. Auf diese Art und Weise höhlen Regierungen ihre eigenen Datenschutzgesetze aus und überwachen massenweise ihre eigenen Bürger.

Inzwischen wurden in verschiedenen Ländern Gesetze zur Überwachung erlassen. So ist es der amerikanischen NSA erlaubt, Telefonverbindungsdaten auszulesen, Bürger zu verfolgen und Geräte zu hacken. Außerdem hat Großbritannien einem neuen Überwachungsgesetz zugestimmt; Russland und China wollen zukünftig in Sachen (Cyber-)Spionage zusammenarbeiten und sich gemeinsam gegen Cyber-Angriffe schützen.

Ausweitung der 5-Eyes-Allianz: 9 Eyes und 14 Eyes

Mit der Zeit hat sich die 5-Eyes-Allianz auch auf andere Länder ausgeweitet. Diese verschiedenen Bündnisse haben sich zu einem Netzwerk aus Ländern entwickelt, die untereinander sensible Daten austauschen, u.a. auch Kommunikation von Bürgern und Organisationen.

Die „9 Eyes“ bestehen aus den ursprünglichen 5 Eyes, plus die Niederlande, Frankreich, Dänemark und Norwegen. Obwohl es sich hierbei um eine Ausweitung des ursprünglichen Abkommens handelt, ist der Austausch zwischen diesen Ländern weniger intensiv als zwischen den 5 Eyes. Schließlich gibt es noch die „14 Eyes“, dazu gehören zusätzlich Belgien, Deutschland, Italien, Spanien und Schweden. Auch hier ist das Ziel der Datenaustausch, jedoch ist Zusammenarbeit wiederum geringer als zwischen den 9 bzw. 5 Eyes. Trotzdem ist Fakt: Diese 14 Länder tauschen ohne große Hürden sensible Daten miteinander aus, auch private Kommunikation ihrer Bürger.

Schützen Sie sich gegen Massenüberwachung

Seit sich ein immer größerer Teil unseres Lebens im Internet abspielt, wird die Privatsphäre online ein stetig wichtigeres Thema und Wissen über 5, 9 und 14 Eyes spielt dabei eine Rolle. Solche Projekte haben nämlich möglicherweise Einfluss auf die Sicherheit Ihrer Daten. Eine Regierungsbehörde könnte Ihre persönliche Kommunikation abfangen und diese, zusammen mit anderen personenbezogenen Daten, an eine ausländische Behörde weiterleiten. Ihre Regierung tut dies ohne Ihre direkte Einwilligung.

Um sich dagegen zu schützen, entscheiden sich immer mehr Nutzer für eine VPN-Verbindung, eine sehr effektive Methode, Ihre Privatsphäre und persönlichen Daten zu schützen. Es gibt jedoch eine Sache zu beachten: Wenn Sie eine VPN verwenden möchten, sollten Sie sich außerhalb der Reichweite der 5, 9 und 14 Eyes begeben und einen VPN-Dienst wählen, der seinen Sitz außerhalb dieser Länder hat. Einige Beispiele für Premium VPN-Anbieter, die nicht der Überwachung der 14 Eyes unterliegen, sind:

Übersicht 5 Eyes, 9 Eyes, und 14 Eyes

In der unterstehenden Tabelle finden Sie die Länder, die zum jeweiligen Bündnis gehören:

5 Eyes Länder 9 Eyes Länder 14 Eyes Länder
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Australien Australien Australien
Kanada Kanada Kanada
Neuseeland Neuseeland  Neuseeland
Niederlande Niederlande
Frankreich Frankreich
Dänemark Dänemark
Norwegen Norwegen
Belgien
Italien
Deutschland
Spanien
Schweden

Fazit

Die 5-Eyes-, 9-Eyes- und 14-Eyes-Länder formen ein gigantisches westliches Bündnis, dass Massenüberwachung anwendet und die resultierenden, sensiblen Informationen miteinander austauscht. Ein geradezu globales Spionage-Netzwerk. Die Abkommen zwischen den einzelnen Ländern erlauben es Regierungen, die eigenen Gesetzgebung bezüglich Datenschutz und Privatsphäre zu umgehen. Wenn Sie in einem der betroffenen Länder leben, könnte Ihre Regierung also Daten über Sie an andere Länder weitergeben. Daher ist es keine schlechte Idee, sich selbst mit einem VPN-Dienst zu schützen. Ein gutes VPN macht es Behörden unmöglich, den Datenverkehr abzufangen. Sie denken vielleicht, dass Sie nichts zu verstecken haben, aber wenn so viele Augen zusehen, weiß keiner, was sie sehen – und wofür sie diese Informationen  benutzen könnten.

Hauptautor:

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