Wie anonym ist der Private Browsing / Inkognito Modus Ihres Browsers?

Man sitting behind laptop with fake moustache on it
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Zusammenfassung: Wie anonym ist der Inkognito-Modus?

Die meisten Browser verfügen über einen Inkognito-Modus. Wenn Sie diesen verwenden, speichert Ihr Browser keine Informationen über die von Ihnen besuchten Websites. Das bietet Ihnen ein kleines bisschen zusätzliche Online-Privatsphäre, reicht aber nicht aus, wenn Sie sicher und privat im Internet surfen möchten.

Wenn Sie noch anonymer surfen möchten, empfehlen wir Ihnen, die folgenden Vorkehrungen zu treffen:

  • Benutzen Sie ein vertrauenswürdiges, zuverlässiges VPN. Wir empfehlen ExpressVPN, da es hohe Geschwindigkeiten und hohe Qualität bietet.
  • Benutzen Sie den Tor-Browser.
  • Loggen Sie sich nicht in irgendwelche Online-Konten ein, wenn Sie eine Sitzung anonym halten wollen.
  • Benutzen Sie eine anonyme Suchmaschine.
  • Vermeiden Sie es, Lesezeichen zu erstellen.

Möchten Sie mehr über den Inkognito-Modus und das anonyme Surfen erfahren? Lesen Sie unseren vollständigen Artikel unten, damit alle Ihre Fragen beantwortet werden.

Ertappen Sie sich manchmal dabei, wie Sie heimlich nach einem Geschenk für Ihren Lebensgefährten suchen? Müssen Sie jemals Ihre Finanzen auf einem Computer ordnen, der nicht Ihnen gehört? Oder besuchen Sie 18+ Websites, obwohl Sie das lieber für sich behalten würden? Es gibt viele Gründe, möglichst anonym zu surfen und Ihre Internetaktivitäten verborgen zu halten. Glücklicherweise gibt es viele Möglichkeiten dazu, auch wenn nicht alle gleich zuverlässig sind. Viele Browser haben heutzutage eine eingebaute „Inkognito“- oder „Private Browsing“-Option. Aber wie anonym ist dieser Inkognito-Modus wirklich?

Wir können Ihnen schon jetzt sagen, dass der Inkognito-Modus nicht so anonym ist, wie Sie vielleicht denken. Wenn Sie wirklich anonym online sein wollen, sind Sie mit einem VPN-Dienst weitaus besser beraten.

Was ist der Inkognito-Modus?

Der Begriff „Inkognito“ scheint für sich selbst zu sprechen. Wenn Sie den Inkognito-Modus aktivieren, sind Sie inkognito, also unerkennbar. Zumindest ist das die Idee. In der Praxis sind Sie jedoch weit davon entfernt, unerkennbar zu sein.

Heutzutage ist der „Private-Browsing“-Modus eine Standardoption in vielen Browsern. In manchen Fällen kann er dem Nutzer ein Plus an Anonymität verschaffen. Viele Menschen löschen regelmäßig ihre Internetdaten, einschließlich ihres Suchverlaufs, Cookies, Passwörter und so weiter. Der Inkognito-Modus übernimmt diese Aufgabe, so dass Sie diesen Vorgang nicht jedes Mal selbst durchführen müssen. Anstatt regelmäßig Ihre gesamten Internetdaten zu löschen, können Sie in diesen Modus wechseln und es werden keine Ihrer Internetdaten auf Ihrem Computer gespeichert.

Allerdings ist das alles andere als eine gründliche Methode, um anonym im Internet zu surfen. Zunächst einmal werden nur die Daten im Inkognito-Fenster nicht gespeichert. Ihre IP-Adresse, das Betriebssystem, die installierten Schriftarten und alle möglichen anderen Informationen können auch beim Surfen im Inkognito-Modus gespeichert werden. Außerdem sorgt der Inkognito-Modus nur dafür, dass die Daten nicht auf Ihrem Computer gespeichert werden: Sie werden weiterhin an das Internet gesendet.

Wie kann ich in meinem Browser inkognito gehen?

Die meisten Browser verfügen heutzutage über einen Inkognito-Modus. Dieser wird manchmal auch als Inkognito-Bildschirm, privater Bildschirm oder privater Modus bezeichnet. In der folgenden Tabelle erfahren Sie, wie Sie den Inkognito-Modus auf Ihrem PC oder Laptop starten, wenn Sie Chrome, Edge, Firefox, Brave oder Safari verwenden.

BrowserMausTastatur
ChromeEinstellungen (oben rechts) & Neues Inkognito-FensterCtrl + Shift + N
EdgeEinstellungen (oben rechts) & Neues InPrivate-FensterCrtl + Shift + P
FirefoxEinstellungen (oben rechts) & Neues Private FensterCtrl + Shift + P
BraveEinstellungen (oben rechts) & Neues Inkognito-FensterCtrl + Shift + N
SafariEinstellungen (oben rechts) & Privater ModusShift + Command + N

Nachfolgend finden Sie einige Beispiele für die privaten Fenster von verschiedenen Browsern. Die Reihenfolge von oben links nach unten rechts ist: Google Chrome, Microsoft Edge, Mozilla Firefox und Brave.

So öffnen Sie standardmäßig ein Inkognito-Fenster

Wir haben bereits besprochen, wie Sie den Inkognito-Modus in den verschiedenen Browsern aktivieren. Obwohl es sehr einfach ist, in den Inkognito-Modus zu wechseln, kann man dies auch leicht vergessen. Anstatt den Inkognito-Modus immer manuell einzuschalten, können Sie auch wählen, dass Ihr Browser standardmäßig im Inkognito-Modus startet.

Google Chrome

Mit Google Chrome können Sie sicherstellen, dass der Inkognito-Modus automatisch gestartet wird, indem Sie die folgenden Schritte ausführen:

  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Google Chrome-Verknüpfung (in Ihrer Taskleiste, auf Ihrem Desktop oder im Startmenü). Es wird ein Menü angezeigt, das Ihre Lesezeichen, die am häufigsten besuchten Websites und ähnliches enthält.
  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Google Chrome-Symbol und wählen Sie „Eigenschaften“.
  • Gehen Sie zum Textfeld „Ziel“. Fügen Sie am Ende des Feldes „Ziel“  „-incognito“ ein (außerhalb der Anführungszeichen und mit einem Leerzeichen davor). Dies wird wahrscheinlich wie folgt aussehen: „C:\Programme (x86)\Google\Chrome\Application\chrome.exe“-incognito.
  • Klicken Sie unten auf „OK“, um Ihre Änderungen zu speichern.
  • Das nächste Mal, wenn Sie Google Chrome starten, wird es automatisch im Inkognito-Modus gestartet.

Mozilla Firefox

Mozilla Firefox bietet auch die Möglichkeit, das private Fenster standardmäßig zu aktivieren:

  • Gehen Sie in Firefox zum Menü „Optionen“, indem Sie auf die drei Linien oben rechts im Browser klicken und „Optionen“ wählen.
  • Klicken Sie auf die Registerkarte „Datenschutz“ auf der linken Seite des Fensters, um auf Ihre Datenschutzeinstellungen zuzugreifen.
  • Klicken Sie unter „Verlauf“ auf das Feld „Firefox soll“ und wählen Sie „Benutzerdefinierte Einstellungen für den Verlauf verwenden“. Es werden mehrere Optionen angezeigt.
  • Kreuzen Sie „Immer den privaten Browsing-Modus verwenden“ an.
  • Sie werden dazu aufgefordert, Firefox neu zu starten. Klicken Sie auf „Firefox jetzt neu starten“.
  • Firefox verwendet nun standardmäßig die Einstellungen für den privaten Browsermodus. Die normale Browseroberfläche wird angezeigt und Sie werden keinen Unterschied im Firefox-Browserfenster sehen.

Safari

Der Safari-Browser unter MacOS hat auch eine Option, mit der Sie ihn standardmäßig im privaten Modus öffnen können:

  • Öffnen Sie Safari und klicken Sie auf „Safari – Einstellungen“.
  • Unter „Allgemein“ klicken Sie auf das Kästchen „Safari öffnet mit“ und wählen „Ein neues privates Fenster“.
  • Wenn Sie die obigen Schritte befolgt haben, wird der Browser automatisch den privaten Modus öffnen.

Brave

Wenn Sie möchten, dass Brave immer im Inkognito-Modus geöffnet wird, führen Sie die folgenden Schritte aus:

  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Brave-Symbol in Ihrer Taskleiste.
  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf „Brave-Optionen“.
  • Gehen Sie zu „Eigenschaften“.
  • Scrollen Sie zum Textfeld „Ziel“. Fügen Sie „-incognito“ hinter Brave.exe ein.
  • Klicken Sie auf „OK“, um die Änderungen zu speichern.

Microsoft Edge erlaubt es seinen Benutzern noch nicht, den Browser standardmäßig im inPrivate-Modus zu starten. Dies wird möglicherweise in zukünftigen Updates enthalten sein.

So deaktivieren Sie den Inkognito-Modus

Möchten Sie den Inkognito-Modus deaktivieren und wieder im Standardbrowser surfen? Das geht ganz einfach und kann jederzeit durchgeführt werden. Gehen Sie zu dem Fenster, in dem das private Surfen aktiviert ist. Dieses Inkognito-Fenster sieht je nach Browser anders aus. Klicken Sie auf das Kreuz in der oberen rechten Ecke und der Inkognito-Modus wird ausgeschaltet.

Haben Sie Ihren Browser so eingestellt, dass der Inkognito-Modus automatisch geöffnet wird? Dann führen Sie einfach die umgekehrten Schritte aus, um diese Option zu aktivieren, wie sie in den vorherigen Abschnitten zu finden sind. Beispiel Firefox: Gehen Sie in die Einstellungen und entfernen Sie das Häkchen bei „Immer privaten Browsermodus verwenden“.

Lokale vs. Online Anonymität

Wenn es um anonymes Surfen geht, ist es wichtig, zwischen lokaler und online Anonymität zu unterscheiden. Der Unterschied zwischen den beiden hängt von dem Ort ab, an dem Ihre Online-Aktivitäten gespeichert werden. Das kann sowohl auf Ihrem eigenen Computer als auch bei anderen Parteien geschehen, etwa bei Websites oder Online-Trackern, die darauf abzielen, mehr über Ihr Online-Verhalten zu erfahren.

Lokale Anonymität bedeutet, dass Ihr Online-Verlauf, Ihre Einstellungen, Cookies usw. nicht auf Ihrem lokalen Gerät gespeichert werden. Online-Anonymität bedeutet, dass diese Informationen nicht von Websites, Cookies, Regierungsbehörden, Hackern, Suchmaschinen, Internetdienstanbietern, Browsererweiterungen usw. gespeichert oder nachverfolgt werden. Mit anderen Worten: Lokale Anonymität bedeutet, dass Ihre Daten nicht auf Ihrem Gerät gespeichert werden, während Online-Anonymität bedeutet, dass sie nicht von Online-Akteuren nachverfolgt werden.

Der Inkognito-Modus Ihres Browsers bietet Ihnen nur lokale Anonymität. Er verhindert, dass Ihre Online-Aktivitäten auf Ihrem lokalen Gerät gespeichert werden. Der Inkognito-Modus schützt jedoch nicht Ihre Online-Anonymität, da Ihre Informationen immer noch für Cookies, Erweiterungen, ISPs, Regierungsbehörden, Suchmaschinen und viele andere Parteien sichtbar sind. Ihre IP-Adresse, Ihr Betriebssystem, Ihr Standort und alle möglichen anderen Informationen bleiben angreifbar, auch, wenn Sie im Inkognito-Modus surfen. Einen guten Überblick über die Parteien, die Sie online verfolgen könnten, finden Sie in unserem Artikel über das Verfolgen von Online-Verhalten.

Inkognito-Modus in der Praxis: ein konkretes Beispiel

Anonymity SmartphoneStellen Sie sich Folgendes vor: Sie möchten eine neue Jeans kaufen. Sie öffnen Ihren Browser, starten ein Inkognito-Fenster und gehen auf https://www.asos.com/. Sie stöbern eine Weile auf der Website, blättern durch mehrere Seiten mit Jeans und wählen verschiedene Größen aus. Leider finden Sie nicht, wonach Sie suchen, also schließen Sie den Browser wieder. Welche Informationen wurden über Sie gesammelt?

Da Sie den Inkognito-Modus verwendet haben, sind Ihr Internetverlauf und Ihre Cookies nicht auf Ihrem Gerät gespeichert worden. Die Tatsache, dass Sie asos.com besucht haben, nach Jeans gesucht haben, auf bestimmte Jeans geklickt haben, Größen ausgewählt haben – keine dieser Informationen wird auf Ihrem Gerät gespeichert. Sollte jemand anderes hinter Ihren Computer gelangen, wird er nicht erkennen können, wonach Sie gesucht haben. Daher ist der Inkognito-Modus ein großartiges Werkzeug, um nach Geschenken für Ihre Freunde und Familie zu suchen.

Auch, wenn Ihr Surfen nicht mehr in Ihrem Browser sichtbar ist, haben Sie definitiv Spuren Ihrer Online-Aktivitäten im Web hinterlassen. Während Ihrer gesamten Sitzung war Ihre IP-Adresse für Ihren Netzwerkadministrator, Ihren Internetdienstanbieter und asos.com sichtbar. Mit anderen Worten: Private Browsing hilft Ihnen nur, Ihr Online-Verhalten für Personen zu verbergen, die dasselbe Gerät verwenden, und nicht für Parteien, die Ihre IP-Adresse ohnehin sehen können.

Was bewirkt der Inkognito-Modus?

Die Tatsache, dass andere Parteien Ihre IP-Adresse sehen können, bedeutet nicht, dass der Inkognito-Modus völlig nutzlos ist. Er ist eine praktische Erweiterung Ihres Browsers, um Ihre lokale Anonymität zu schützen. Es funktioniert schnell und einfach: Sobald Sie das Inkognito-Fenster geöffnet haben, sind Sie startklar. Währenddessen sorgt der Inkognito-Modus dafür, dass:

  • Ihr Browserverlauf nichts speichert: Die von Ihnen besuchten Websites werden nicht auf dem Computer oder im Browser gespeichert, ebenso wenig wie Ihr Suchverlauf. Dies ist auch nützlich, wenn Sie sich an einem öffentlichen Computer befinden.
  • Die Cookies, die Sie beim Surfen im Internet verwenden, gelöscht werden, nachdem Sie den Browser geschlossen haben.
  • Die Informationen, die Sie in Online-Formulare eingeben (Benutzernamen, Passwörter usw.), nach der Sitzung gelöscht werden. Wenn Sie beispielsweise bei einer Ladenkette Ihre Postleitzahl eingeben, um nach Öffnungszeiten zu suchen, werden diese Informationen nicht auf Ihrem Computer gespeichert. Wichtig ist hier, dass die von Ihnen eingegebenen Informationen an die besuchte Website gesendet werden, sobald Sie auf „OK“ drücken. Sie werden dort gespeichert, auch nachdem Sie das Fenster geschlossen haben.
  • Sie möglicherweise Paywalls umgehen können. Einige Websites, wie die New York Times, richten Paywalls ein. Das bedeutet, dass Benutzer nur eine begrenzte Anzahl von Artikeln sehen können, bevor sie ein kostenpflichtiges Abonnement einrichten müssen, um weitere Inhalte zu sehen. Sie können das umgehen, indem Sie Ihren Browser im Inkognito-Modus öffnen. Alle Tracking-Cookies werden gelöscht, sobald Ihre Sitzung beendet ist. Wenn Sie die Website erneut besuchen, werden Sie möglicherweise als neuer Besucher angezeigt und können auf eine neue Reihe kostenloser Artikel zugreifen.

Wenn Sie den privaten Modus nicht verwenden, werden alle von Ihnen besuchten Webseiten ordentlich auf Ihrem Computer gespeichert. Das gilt auch für alle Cookies und ausgefüllte Formulare wie gespeicherte Passwörter und Adressen. Auf diese Weise können andere unter Umständen noch Wochen oder Monate nach dem Öffnen des Browsers ein sehr genaues Bild Ihres Internetverhaltens skizzieren.

Wie funktionieren Cookies?

Cookies on screen

Cookies sammeln ständig Daten über Ihr Browserverhalten, ohne dass Sie es bemerken. Zum Beispiel können Cookies sehen, wann Sie Websites besuchen, welche Seiten Sie sich ansehen, welche Suchbegriffe Sie verwenden und welche Art von Produkten Sie kaufen. Cookies können auch sehen, wo Sie sich befinden, wie lange Sie auf bestimmten Abschnitten einer Seite verweilen und welche Werbung am effektivsten ist. Auf diese Weise können sich Werbefirmen ein besseres Bild von Ihnen als potenziellem Kunden machen.

Diese Cookies sind immer noch aktiv, wenn Sie den Inkognito-Modus verwenden, aber sie werden nicht gespeichert. Mit anderen Worten, wenn Sie ASOS das nächste Mal besuchen, wissen diese Cookies nicht, dass Sie der Nutzer sind, der bei Ihrem letzten Besuch nach Jeans gesucht hat.

Was kann der Inkognito-Modus nicht verbergen?

Das wichtigste Element, das der Inkognito-Modus nicht verstecken kann, ist Ihre IP-Adresse. Ihre Internet Protocol (IP)-Adresse ist sowohl ein Identifikations- als auch ein Lokalisierungswerkzeug. Diese Adresse sagt dem Internet genau, wer und wo Sie sind.

Jedes Gerät, das Zugriff auf das Internet hat, hat eine IP-Adresse. Sie können sie als das digitale Äquivalent einer Postadresse für Ihr Gerät oder Ihren Router sehen. Wenn Sie eine Website besuchen, stellen Sie tatsächlich eine Anfrage an eine Webseite, um Informationen an Ihre IP-Adresse zu senden.

Da jede Anfrage über das Internet mit einer IP-Adresse verknüpft ist, kann man die Online-Schritte einer Person leicht nachvollziehen. Der Inkognito-Modus kann nicht verhindern, dass Ihre IP-Adresse mit Ihren Online-Suchanfragen verknüpft wird. Daher müssen Sie Ihre IP-Adresse ändern oder auf andere Weise verbergen, wenn Sie eine sicherere und privatere Online-Umgebung wünschen.

Ihre IP-Adresse ist leicht zu verfolgen

Der Inkognito-Modus verbirgt Ihre Internetaktivitäten nicht vor Parteien, die Ihre IP-Adresse sehen können. Diese Parteien könnten Websites sein, die Sie besuchen, Ihr Internetanbieter oder der Administrator des Netzwerks (beispielsweise Ihr Arbeitgeber). Wenn Sie auf Ihrem Arbeitscomputer im privaten Modus auf Ihr Facebook-Konto zugreifen, kann Ihr Arbeitgeber das sehr wohl sehen.

Sogar Regierungsbehörden könnten in der Lage sein, Ihre Online-Aktivitäten zu verfolgen. Einige offizielle Organisationen können sich an einen ISP (Internet Service Provider) wenden, um den Internetverlauf und die Namens- und Adressdetails bestimmter IP-Adressen anzufordern. Diese Informationen können dann auch an andere Regierungen weitergegeben werden. Allerdings sind die ISPs nicht immer verpflichtet, die Informationen über Namen und Adressen der Nutzer an Dritte weiterzugeben. Einige neue Gerichtsverfahren haben dies gezeigt.

Wenn Sie zwar in einem privaten Fenster surfen, aber dennoch Ihr Internetverhalten und persönliche Informationen mit Websites, ISPs, Arbeitgebern und Netzbetreibern teilen, ist Ihre Online-Anonymität nicht gut geschützt. Deshalb ist es viel besser, ein VPN zu verwenden, um Ihre Online-Anonymität zu schützen.

Umgehen des Inkognito-Modus

Abgesehen von der Tatsache, dass der Inkognito-Modus nur lokale Anonymität gewährleistet, gibt es eine Reihe von spezifischen Situationen, in denen er ebenfalls nicht funktioniert. Zum Beispiel könnte Ihr Computer Informationen speichern, auch wenn Sie mit dem Inkognito-Modus arbeiten, wenn:

  • Sie Lesezeichen (Favoriten) hinzufügen oder Dateien herunterladen.
  • Kindersicherungssoftware auf dem Gerät installiert wurde.
  • Ihr Computer mit Spyware infiziert ist.
  • Sie sich bei bestimmten Websites anmelden wie Google oder Facebook.
  • Websites „Browser-Fingerprinting“ verwenden.

Alle diese Situationen werden im Folgenden kurz erläutert.

Lesezeichen und Downloads

Alles, was Sie herunterladen und alle Lesezeichen, die Sie während einer Inkognito-Sitzung erstellen, werden auf dem Computer gespeichert. Erwarten Sie nicht, dass sie verschwinden, sobald die Sitzung beendet ist.

Kindersicherung

Manche Leute entscheiden sich für die Einrichtung einer Kindersicherungssoftware auf einem gemeinsam genutzten Computer. Damit können die Eltern verfolgen, welche Webseiten ihre Kinder besuchen und welche Videos sie beispielsweise auf YouTube ansehen. Der Inkognito-Modus kann normalerweise den Browserverlauf nicht vor dieser Art von Software verbergen. Die Software wird alles aufgreifen, egal was passiert.

Spyware

Spyware ist eine Form von Malware, die es ermöglicht, den Besitzer der mit Spyware infizierten Geräte auszuspionieren – meist ohne dessen Wissen. Befindet sich Spyware auf Ihrem Computer, kann sie beispielsweise alle Ihre Tastatureingaben aufzeichnen oder ein Protokoll aller Ihrer Internetaktivitäten führen. Der Inkognito-Modus kann dies nicht verhindern.

Einloggen auf Websites

In dem Moment, in dem Sie sich bei einer Website wie Google oder Facebook anmelden, kann alles, was Sie auf dieser Website (und oft sogar darüber hinaus) tun, nachverfolgt werden. Gigantische Plattformen lieben es, Informationen über Sie zu sammeln. Wenn Sie sich bei einem persönlichen Konto anmelden, können alle Aktionen, die Sie während der Nutzung dieses Kontos durchführen, miteinander verbunden werden, selbst wenn Sie den Inkognito-Modus verwenden.

Browser Fingerprinting

Browser Fingerprinting Computer

Websites werden jeden Tag raffinierter und einige geben sich große Mühe, Besucher zu identifizieren. Einige können einen sogenannten „digitalen Fingerabdruck“ erstellen, während Sie surfen, selbst wenn Sie Adblocker haben oder sich im Inkognito-Modus befinden. Websites sagen Ihnen fast nie, wenn sie ein Profil von Ihnen erstellen. Wenn Sie eine Website besuchen, die Browser-Fingerprinting betreibt, sendet die Website eine Anfrage nach zusätzlichen Informationen an den Browser. Diese Informationen können Daten über das Betriebssystem des Benutzers, die Anzahl der installierten Schriftarten, die hinzugefügten Browsererweiterungen und viele andere identifizierende Merkmale enthalten.

Diese Informationen verraten für sich genommen nicht viel über Sie. Zusammengenommen ist es jedoch möglich, ein einzigartiges Profil für fast jeden Online-Besucher zu erstellen. Das bedeutet nicht, dass die Website Ihre Identität kennt, aber sie wird Ihnen wahrscheinlich eine Profilnummer zuweisen und in der Lage sein, Sie zu erkennen, wenn Sie auf ihre Website zurückkehren, selbst wenn Sie den Inkognito-Modus oder eine versteckte IP-Adresse verwenden.

Wenn Sie überprüfen wollen, ob Browser-Fingerprinting bei Ihnen angewendet werden kann, können Sie Cover Your Tracks besuchen.

Sollten Sie zu den Menschen gehören, deren Browser anfällig für Fingerabdrücke ist, ist eine der Möglichkeiten, die Sie haben, die Privacy Badger Erweiterung zu installieren. Diese Erweiterung wurde von den gleichen Leuten wie Cover Your Tracks entwickelt und kann auf Firefox, Opera, Chrome, Brave, Iridium und Android installiert werden. Leider wird damit nicht das gesamte Problem gelöst. Das Traurige ist, dass wir noch keinen narrensicheren Weg gefunden haben, um dem Browser-Fingerprinting zu begegnen.

Effektive Wege zum anonymen Surfen

Wie oben beschrieben, reicht es nicht aus, nur den Inkognito-Modus zu verwenden, um anonym im Internet surfen zu können. Wenn Sie dies wünschen, ist es wichtig, zusätzliche Vorkehrungen zu treffen. Mögliche Maßnahmen sind:

  • Installation und Verwendung von einem zuverlässigen VPN.
  • Die Verwendung des Tor-Browsers.
  • Nicht bei irgendwelchen Online-Plattformen anmelden.
  • Die Verwendung von anonymen Suchmaschinen wie DuckDuckGo.
  • Das Anlegen von Lesezeichen vermeiden.

Der wichtigste und effektivste Weg, um anonym zu surfen, ist die Installation und Verwendung eines guten VPN.

Anonymes Surfen mit einem VPN

VPNs verschlüsseln Ihren gesamten Internetverkehr. Sie ändern Ihre echte IP-Adresse in die IP-Adresse des VPN-Servers, so dass Ihre echte Adresse und Ihr Standort für die von Ihnen besuchten Webseiten nicht mehr sichtbar sind. Auf diese Weise ermöglicht Ihnen ein VPN ein anonymeres und sichereres Surfen, während der Inkognito-Modus lediglich dafür sorgt, dass Ihr Internetverkehr nicht auf Ihrem eigenen Computer gespeichert wird.

Es ist sehr einfach, eine VPN-Verbindung einzurichten:

  1. Schließen Sie ein VPN-Abonnement bei einem VPN-Anbieter Ihrer Wahl ab.
  2. Installieren Sie die VPN-Software auf Ihrem Gerät.
  3. Starten Sie die VPN-Software.
  4. Melden Sie sich mit dem Konto an, das Sie im Rahmen Ihres Abonnements erhalten haben.
  5. Schalten Sie das VPN ein und wählen Sie den Standort des VPN-Servers aus, den Sie verwenden möchten.
  6. Sie sind nun durch ein VPN geschützt. Von nun an wird Ihr gesamter Internetverkehr verschlüsselt und Sie können anonym surfen.

Einer der besten VPN-Anbieter auf dem Markt ist ExpressVPN. Wenn Sie auf die Schaltfläche unten klicken, werden Sie automatisch auf die offizielle Website dieses Anbieters weitergeleitet. Wenn Sie ein anderes VPN bevorzugen, haben wir auch eine große Auswahl an VPN-Rezensionen, die Sie zu Rate ziehen können.

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Fazit

Der Inkognito-Modus kann Ihnen helfen, Ihr Internetverhalten für andere Benutzer Ihres Computers weniger sichtbar zu machen. Er macht Sie jedoch nicht anonym im Internet. Bedeutet dies, dass Sie überhaupt nicht mehr sicher und anonym im Internet surfen können? Zum Glück nicht. Allerdings werden Sie mit dem Inkognito-Modus allein nicht weit kommen.

Um anonym im Internet surfen zu können, müssen Sie andere Vorkehrungen treffen. Wir empfehlen die Verwendung eines VPNs. Privates Surfen sollte als zusätzliche lokale Sicherheitsebene zusätzlich zu einer Reihe anderer Methoden betrachtet werden, die Sie zum anonymen Surfen verwenden können.

Wie anonym ist der Inkognito-Modus? - FAQ

Haben Sie eine Frage zum Inkognito-Modus Ihres Geräts? Im Folgenden finden Sie die häufigsten Fragen. Klicken Sie einfach auf eine Frage, um die Antwort zu lesen.

Viele Browser verfügen über einen Inkognito-Modus, der dem Benutzer mehr Anonymität bietet. Wenn Sie den privaten Modus öffnen, können Sie im Internet surfen, ohne dass Ihr Surfverhalten und Ihre Internetdaten vom Browser verfolgt werden. Mit anderen Worten: Sie müssen Ihren eigenen Browserverlauf nicht löschen. Allerdings reicht die Verwendung eines Inkognito-Modus absolut nicht aus, um anonym im Internet surfen zu können.

Der Inkognito-Modus stellt sicher, dass:

  • Ihr Browserverlauf nicht gespeichert wird: die von Ihnen besuchten Websites werden nicht auf dem Computer oder im Browser gespeichert.
  • Die Cookies, die Sie beim Surfen verwenden, gelöscht werden, nachdem Sie Ihren Browser geschlossen haben.
  • Die Informationen, die Sie in Online-Formularen eingeben, nach der Internetsitzung gelöscht werden.

Der Inkognito-Modus verbirgt Ihre IP-Adresse nicht. Er sorgt nur für lokale Anonymität. Das bedeutet, dass die Verwendung des Inkognito-Modus nicht verhindert, dass andere Personen Ihr Internetverhalten sehen können. Die Websites, die Sie besuchen, sehen immer noch genau, was Sie tun und wer Sie sind.

Außerdem funktioniert der Inkognito-Modus nicht, wenn beispielsweise eine Kindersicherung auf Ihrem Gerät vorhanden ist oder Ihr Computer mit Spyware infiziert ist. Sie können mehr über den Inkognito-Modus und seine Funktionsweise hier lesen.

Die Verwendung des Inkognito-Modus allein reicht nicht aus, um anonym im Internet zu surfen. Wenn dies Ihr Ziel ist, ist es wichtig, zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Eine Reihe von Maßnahmen wird Ihnen dabei helfen:

  • Benutzen Sie ein zuverlässiges VPN.
  • Benutzen Sie den Tor-Browser.
  • Loggen Sie sich nicht auf irgendwelchen Plattformen ein, wenn Sie eine Sitzung anonym halten wollen.
  • Benutzen Sie eine anonyme Suchmaschine, wie beispielsweise DuckDuckGo.
  • Vermeiden Sie das Anlegen von Lesezeichen.
Cyber-Sicherheitsanalytiker
David ist ein Cyber-Sicherheitsanalytiker und einer der Gründer von VPNoverview.com. Er interessiert sich für das Phänomen der „digitalen Identität“, mit besonderem Augenmerk auf das Recht auf Privatsphäre und den Schutz persönlicher Daten.