What is the Dark Web

Das Darknet: Was genau ist es und was kann man dort finden?

Zuletzt bearbeitet: 11 Juni 2020
Lesezeit: 16 Minuten, 42 Sekunden

Wahrscheinlich haben Sie schon mal vom Dark Web gehört. Meistens ist damit der ‚verborgene‘ oder sogar ‚gefährliche‘ Teil des Internets gemeint, wo sich allerlei dunkle Geschäfte abspielen. Der Großteil der Internetnutzer verwendet das Dark Web nicht regelmäßig oder gar nicht. Verständlich, denn manche Teile davon sind tatsächlich nicht gerade sicher. Wenn Sie dennoch mehr herausfinden möchten, wird dieser Artikel Ihnen einen Leitfaden bieten, was das Dark Web ist und wie Sie es erreichen können.

Zunächst gehen wir auf das Dark Web selbst ein und was sich dort befindet. Danach erklären wir den Tor Browser und VPNs und was für eine Rolle sie im Zusammenhang mit dem Dark Web spielen. Außerdem haben wir eine Kurzanleitung erstellt, mit der Sie das Dark Web benutzen können. Wenn Sie wirklich sicher sein wollen, befolgen Sie unseren detaillierten 15-Schritte-Plan. Achten Sie dabei auf die nötigen Sicherheitsmaßnahmen. Zum Schluss besprechen wir die Legalität bzw. Illegalität des Dark Webs.

Bleiben Sie sicher im Dark Web!

Es ist einfach, Zugang zum Dark Web zu erhalten. Und es ist auch einfach, sich selbst Probleme damit zu machen. Achten Sie darum immer auf die nötigen Maßnahmen zur Wahrung Ihrer Sicherheit und Anonymität. Wir empfehlen dringend die Benutzung eines VPN-Dienstes, so dass Ihr Datenverkehr verschlüsselt und anonymisiert wird. Außerdem sollte die Antivirus-Software Ihres PCs auf dem neusten Stand sein, damit niemand Ihre Daten abfangen oder Ihren PC infizieren kann. Ein VPN schützt Sie nicht nur im „normalen“ Internet oder im Deep Web, sondern auch im Dark Web. Weder Ihr Internetanbieter noch z.B. Staatliche Behörden oder Hacker wissen dann, was Sie online tun.

Ein ausgezeichnetes VPN für das Dark Web: NordVPN

NordVPN ist ein hochwertiger VPN-Dienst, der auf mehreren Geräten gleichzeitig Schutz bieten kann. Zum Leistungspaket gehören starke Verschlüsselung und eine ganze Reihe an zusätzlichen Sicherheitsfunktionen. Daher ist NordVPN ein ausgezeichneter Anbieter für diejenigen, die das Dark Web benutzen wollen. Außerdem ist der Kundenservice hervorragend und sehr nutzerfreundlich. Lesen Sie mehr in unserem detaillierten NordVPN-Testbericht.

NordVPN
Angebot:
Nur €3,30 pro Monat bei einem 2-Jahres Abo.
9.1
  • Ausgezeichneter Schutz und breites Server-Netzwerk
  • Schöne und elegante Anwendung
  • Keine Protokolle
Besuche NordVPN

Was ist das Dark Web?

Es wird oft gesagt, dass das Internet aus drei Teilen besteht: Dem ‚Surface Web‘, dem ‚Deep Web‘ und dem ‚Dark Web‘. Das Surface Web ist der Teil, den wir täglich nutzen. Er kann durch Suchmaschinen wie Google erreicht und durchsucht werden, mittels Browser wie Chrome, Safari und Firefox. Dieser Artikel, den Sie gerade lesen, gehört auch dazu: Sie können ihn jederzeit von jedem Internetanschluss aus aufrufen.

Das Deep Web ist der Teil des Internets, der ganz bestimmte Informationen enthält. Die meisten von uns haben hier keinen Zugang und die meisten Suchmaschinen auch nicht. Diese Inhalte sind nur für bestimmte Personen bestimmt, zum Beispiel innerhalb einer Organisation. Um diese Seiten zu erreichen, brauchen Sie die exakte Adresse (URL) und in manchen Fällen auch ein Passwort. Denken Sie zum Beispiel an Uni-Bibliotheken, Berichte oder Veröffentlichungen, zu denen nur Abonnenten Zugang erhalten, oder Ihre private Facebook Timeline.

Die letzte Schicht des Internets ist das Dark Web. Es ist schwieriger zu erreichen als das Surface Web oder das Deep Web, da man spezielle Software wie den Tor Browser braucht. Das Dark Web ist der unregulierte Teil des Internets. Es gibt keine Organisation, privat oder staatlich, die hierfür Verantwortung übernimmt oder in der Lage ist, bestimmte Regeln oder Gesetze durchzusetzen und zu überwachen. Aus diesem Grund wird das Dark Web oft mit illegalen Machenschaften in Verbindung gebracht. Mit einem ‚normalen‘ Browser kann man das Dark Web nicht erreichen und nicht mal im Tor Browser findet man ‚dunkle‘ Adressen mit ‚.com‘ oder ‚.org‘. Stattdessen sind URLs meist eine Reihe zufälliger Buchstaben und Zahlen mit der Endung ‚.onion‘. Zusätzlich verändern sich diese Adressen regelmäßig.

Dark Web Surface Web Graphic Iceberg

Wie und warum entstand das Dark Web?

Das Dark Web wurde nicht von Kriminellen als anonyme Kommunikationsmethode entwickeln, sondern von US-Behörden. Wie kam es dazu?

Kommunikation für Spione

Agenten der „Three-Letter Agencies“ (wie der CIA) wurden in allen Winkeln der Erde stationiert und es entstand ein wahres Netzwerk der Datensammlung für US-Nachrichtendienste. In den 90er-Jahren wurden die Informationen immer digitaler und auch Agenten gingen dazu über, Ihre Daten über das Internet zu übermitteln, statt wie vorher per Post und Funk. Dank der neuen kryptografischen Methoden konnten alle Daten auf dem elektronischen Weg versendet werden. Ca. 1995 startete das U.S. Naval Research Laboratory ein Programm, dass schließlich zu Tor (The Onion Router) wurde. Dank Tor bot sich den Agenten ein sicherer Kommunikationsweg zu Ihren Führungsoffizieren.

Anonymität für alle

anonymous1997 wurde Tor der Defense Advanced Research Project Agency (DARPA) unterstellt, die das Projekt an Bürgerrechtsgruppen weitergab. Es stellt sich dabei die Frage, warum das Militär solch ein Programm an zivile Gruppen abgeben sollte. Einige glauben, dass die US-Regierung niemals wirklich aufgehört hat, Tor zu kontrollieren.

Eine andere mögliche Erklärung ist, dass das Netzwerk geöffnet werden musste, sodass weltweit alle Agenten jederzeit Zugriff haben. Außerdem würde das Netzwerk zu einem sehr wertvollen Angriffsziel werden, wenn nur US-Nachrichtendienste es nutzen würden. Durch die Öffnung würden nachrichtendienstliche Aktivitäten im allgemeinen Datenstrom untergehen und dadurch besser geschützt werden. Agenten können so anonym und sicher kommunizieren, aber jeder andere User auch.

Warum nicht einfach das Dark Web abschalten?

Als weltweit immer mehr Menschen Zugang zum Tor Netzwerk erhielten, wurden auch viele neue Server hinzugefügt; das Netzwerk wurde stärker dezentralisiert. Mit jedem neuen Knotenpunkt in einem anderen Land wurde der amerikanische Einfluss auf das Gesamtnetzwerk kleiner. Die Stärke des Tor-Netzes ist, dass es nicht von einem einzelnen Punkt aus abgeschaltet werden kann. Wenn die Amerikaner den Stecker ziehen, bleibt der Rest des Netzwerks einfach online.

Abgesehen von der Tatsache, dass eine Abschaltung nicht durch einen einzelnen Staat erfolgen kann, kann das Dark Web den Vereinigten Staaten auch von Nutzen sein – sogar durch die Unterstützung illegaler Aktivitäten. Nachrichtendienste nutzen es immer noch als Kommunikationsmethode und es ermöglicht Whistleblowern die Veröffentlichung geheimer Dokumente bezüglich autoritärer Staaten, welche von den USA kritisch gesehen werden. Ob Venezuela oder Iran, die Amerikaner wollen, dass Dissidenten die nötigen Werkzeuge haben, um den Machthabern das Leben schwer zu machen. Natürlich hat das den Nachteil, dass das gleiche auch innerhalb der USA zutrifft, siehe Wikileaks und Edward Snowden.

Das Dark Web selbst ist also gleichzeitig nützlich und gefährlich und darum hat die US-Regierung noch keine Schritte zur Abschaltung unternommen. Und selbst wenn, eine ganze Reihe anderer Staaten müsste zustimmen und kooperieren, um das ganze Netzwerk lahmzulegen, darunter auch Staaten, die daran kein Interesse haben. Behörden verschiedener Staaten arbeiten jedoch zusammen, um einzelne Seiten abzuschalten und deren Betreiber zur Rechenschaft zu ziehen. An den meisten Fällen, in denen Dark Web-Seiten gelöscht wurden, waren die Behörden mehrerer Staaten beteiligt. Wenn eine US-Behörde z.B. einen niederländischen Marihuana-Webshop abschalten will, benötigt sie die Hilfe der niederländischen Polizei, Europol und möglicherweise einer Reihe anderer Behörden und Instanzen. Das folgende Beispiel zeigt eine solche Kooperation gegen einen einzigen Schwarzmarkt im Dark Web.

Dark Market closed down

Für die Abschaltung dieser einzelnen Webseite mussten mindestens zehn Behörden aus vier verschiedenen Ländern zusammenarbeiten. Dass ein so großer Aufwand notwendig ist, zeigt, wie schwierig die Abschaltung ‚dunkler‘ Seiten ist, umso mehr die Abschaltung des ganzen Dark Webs.

Zugang zum Dark Web

Wenn Sie sich ins Dark Web begeben wollen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass dies ohne die richtigen Vorsichtsmaßnahmen gefährlich sein kann. Wir haben eine Anleitung erstellt, die alle Tipps und Tricks für die größtmögliche Sicherheit erläutert. Im Folgenden finden Sie eine abgespeckte Form dieser Anleitung mit den absolut essenziellen Vorkehrungen. Beachten Sie, dass diese Vorkehrungen einen relativ guten Schutz bieten, Sie damit jedoch im Dark Web keinesfalls anonym sind.

  • Installieren Sie einen VPN-Dienst (wir empfehlen NordVPN) auf Ihrem Gerät und aktivieren Sie ihn.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Antivirus-Software auf dem neuesten Stand ist.
  • Downloaden und installieren Sie den anonymen-Tor Browser.
  • Starten Sie den Tor-Browser.
  • Blockieren Sie Skripte im Tor-Browser (siehe unten).
  • Optional: Verändern Sie die Sicherheitseinstellungen im Tor-Browser (siehe unten).
  • Surfen Sie im Dark Web, starten Sie z.B. beim Hidden Wiki unter folgender URL: http://zqktlwi4fecvo6ri.onion/wiki/index.php/Main_Page (siehe unten).

Beachten Sie immer, dass das Dark Web ein sehr gefährlicher Ort sein kann. Nehmen Sie sich unsere Ratschläge zu Herzen und machen Sie es Hackern und Malware nicht zu leicht! Wenn Sie den bestmöglichen Schutz wollen, sehen Sie sich unsere detaillierte Anleitung für Dark Web an.

Was ist Tor?

Tor (the onion router, zu Deutsch „der Zwiebel-Router“) ist eine open-source Software mit Browser-Funktion. Im Gegensatz zu Browsern wie Chrome, Firefox oder Edge, ist das Ziel von Tor, seine Nutzer anonym zu halten. Dafür wird ein hohes Maß an Verschlüsselung eingesetzt. Ihre Anfragen werden durch ein Netzwerk aus Knotenpunkten versandt und an jedem dieser Knoten wird eine Schicht dieser Verschlüsselung gelöst. Schließlich landet Ihre Anfrage bei der Webseite Ihrer Wahl. Dieses Zwiebel-Prinzip (mehrlagige Verschlüsselung, die Schicht für Schicht gelöst wird) soll den Nutzer anonym halten.

Tornetzwerk

Mit dem Tor Browser kann man Zugang zum Dark Web erhalten. Wie bereits erwähnt, können nur mit dem Tor-Browser solche Webseiten erreicht werden, deren Adresse auf ‚.onion‘ endet. Diese Webseiten verwenden solch eine Adresse, um den Zugang nicht für Jedermann möglich zu machen und so Ihre Existenz ein Stück weit zu verbergen, möglicherweise weil sie exklusiver sein möchten, oder weil sie zweifelhaft oder gar illegal sind.

Der Tor-Browser kann für das gesamte Internet verwendet werden, aber die meisten Nutzer bleiben im Surface Web. Mit anderen Worten: Die Hauptaufgabe vom Tor-Browser ist das Anonymisieren des Datenverkehrs, er stellt so aber auch den wichtigsten Weg ins Dark Web dar. Für mehr Details über den Tor-Browser, besuchen Sie unsere Tor-Browser-Seite.

Der Tor-Browser ist also Voraussetzung, um das Dark Web benutzen zu können, aber er hilft Ihnen auch, im Internet anonym zu bleiben, z.B. wird Ihre IP-Adresse verborgen. Lesen Sie hier die 10 Gründe, warum Sie Ihre IP-Adresse geheim halten sollten. Beachten Sie jedoch, dass der Tor-Browser allein nicht ausreichend ist. Darum empfehlen wir grundsätzlich auch die Nutzung einer VPN-Verbindung.

Tor über VPN oder VPN über Tor?

Vielleicht ist es Ihnen nicht bewusst, aber es macht einen Unterschied, ob Sie sich über einen VPN-Server mit dem Tor-Netzwerk verbinden oder andersherum.

Wenn Sie erst ein VPN installieren und sich danach mit dem Tor-Netzwerk verbinden, haben Sie den zusätzlichen Vorteil, dass weder Ihr Internetanbieter, noch Behörden, Hacker etc. wissen, dass Sie Tor nutzen, da Ihr gesamter Datenverkehr verschlüsselt wird. Leider kann die reine Tatsache, dass Sie ein anonymes Netzwerk wie Tor verwenden, Sie bereits verdächtig erscheinen lassen. Und obwohl das Tor-Netzwerk selbst verschlüsselt ist, verhindert das nicht, dass Dritte erfahren könnten, dass Sie möglicherweise das Dark Web benutzen. Genau das können Sie mit einer VPN verhindern.

Eine andere Option ist das Abschließen eines VPN-Abos über Tor: Melden Sie sich erst bei Tor an und gehen Sie dann auf die Seite von z.B. NordVPN und melden Sie sich dort an. Auf diese Art und Weise weiß Ihr Internetanbieter nicht, dass Sie eine VPN-Verbindung benutzen. Unsere Erfahrung ist jedoch, dass die Nutzung von Tor wegen der Verbindung mit dem Dark Web deutlich verdächtiger ist. Darum empfehlen wir grundsätzlich, sich erst einen guten VPN-Dienst zuzulegen. Wenn Sie mehr über verschiedene VPN-Anbieter wissen möchten, sehen Sie sich dann unsere Testberichte an.

Dark Web Infographic Deutsch

The Hidden Wiki

Es kann schwierig sein, sich im Dark Web zurechtzufinden und Hidden Wiki kann als erster Anlaufpunkt dienen. Hier erhalten Sie Links zu Suchmaschinen und Webseiten. Wenn Sie nicht genau wissen, wohin Sie möchten, fangen Sie dann hier an. Es gibt einige Kategorien auf Hidden Wiki, von denen Sie sich besser fernhalten sollten. Und wie immer: Klicken Sie nur auf Webseiten, die Ihnen vertrauenswürdig erscheinen.

Um Hidden Wiki zu erreichen, kopieren Sie die folgende URL in die Adressleiste Ihres Tor-Browsers: http://zqktlwi4fecvo6ri.onion/wiki/index.php/Main_Page. Im Dark Web verändern Adressen sich ständig, aber es gibt eine Menge Seiten im Internet, die Ihnen die jeweils aktuelle Adresse des Hidden Wiki liefern.

Was passiert im Dark Web?

weapons onlineEs ist sehr schwer zu sagen, was genau sich im Dark Web abspielt. Wie bereits erwähnt braucht man eine genaue URL, um eine bestimmte Seite zu erreichen. Eine Seite zufällig durch die Kombination zufälliger Buchstaben und Zahlen zu finden ist extrem schwierig. Es gibt eine Menge Geschichten über die absurdesten und extremen Inhalte und Dienstleistungen, die im Dark Web angeboten werden, darunter die Vermittlung von Kopfgeldjägern und Auftragskillern. Es ist nicht klar, ob es sich hierbei um wahre Geschichten handelt. So hat es eine bestimmte Seite für Auftragskiller, Besa Mafia, wirklich gegeben, jedoch wurde nie ein Mord verübt. Es wurde lediglich Geld von naiven Nutzern genommen, die bereit waren, für einen Anschlag zu zahlen. Wie dem auch sei, viele fragwürdige Waren wie Drogen und Waffen sind definitiv im Dark Web erhältlich.

Durch die Existenz so vieler bösartiger Seiten hat das Dark Web einen schlechten Ruf bekommen. Viele Leute glauben, dass alles im Dark Web illegal ist. Das ist nicht wahr. Das Dark Web bieten auch einen sicheren Ort für Journalisten, Whisteblower und Bürger in diktatorischen Staaten. Außerdem können illegale Seiten auch einen positiven Nebeneffekt haben. In diesem Artikel über das Dark Web versuchen wir eine ausgewogene und neutrale Herangehensweise zu verfolgen und sowohl die guten als auch die Schattenseiten zu erwähnen. Unsere Leser sollen selbst entscheiden, ob Sie sich in die dunklen Ecken des Internets begeben möchten.

Wir können nichts garantieren, da sich das Dark Web konstant verändert und in jedem Fall größtenteils verborgen bleibt. Jedoch sind dies einige Dinge, die Sie im Dark Web erwarten können:

  • Schwarzmärkte
  • Betrügerische oder gefährliche Webseiten
  • Wege zur völlig anonymen Kommunikation (anonyme Nachrichtendienste und Foren)
  • Botnet Plattformen
  • Bitcoin Webseiten und andere Krypto-Währungen

Schwarzmärkte

black market drugs

Seit dem Entstehen des Internets blüht der Schwarzmarkt und das Dark Web ist sein zu Hause. Solche Webshops, auf denen alle erdenklichen Waren verkauft werden, sind illegal, jedoch werden ihnen immer öfter auch positive Nebeneffekte zugeschrieben.

Silk Road war einer der ersten bekannten Schwarzmärkte im Dark Web. Dort wurde offen mit Drogen gehandelt und Verkäufer zeigten ihre Waren auf Fotos. Die Webseite erlangte den Spitznamen „The eBay of Vice” (Das eBay des Lasters). Nach mehreren Jahren Ermittlungsarbeit haben US-Behörden Ulbricht aufgespürt, der unter dem Pseudonym „Dread Pirate Roberts“ auf der Seite aktiv war. Im Oktober 2013 wurde er in San Francisco festgenommen und die Seite abgeschaltet.

Nach Ulbrichts Verhaftung tauchten jedoch viele Nachfolgerseiten auf und heute gibt es im Dark Web mehr Schwarzmärkte als jemals zuvor. Silk Road war der erste, jetzt wetteifern viele um die Nachfolge.

Betrügerische und gefährliche Webseiten

dangerous websitesIm Dark Web wimmelt es außerdem von gefälschten und gefährlichen Webseiten. Darum ist die Nutzung von sowohl eines VPN als auch einer guten Antivirus Software unverzichtbar. Klicken Sie im Dark Web niemals auf einen Link, wenn Sie nicht wissen, wohin dieser führt. Bevor Sie sich versehen, könnte Ihr Computer gehackt oder von Malware infiziert werden.

Darüber hinaus befinden sich im Dark Web alle Webseiten, die im normalen Internet nicht toleriert werden. Leider gehören dazu auch Tiermissbrauch oder Kinderpornographie. Auch diese Seiten sollten Sie dringend vermeiden.

E-Mail-Dienste, Foren und andere Formen anonymer Kommunikation

anonymousDas Dark Web wird auch für anonyme Kommunikation verwendet. Journalisten, Informanten und Whistleblower veröffentlichen auf diesem Weg geheime Informationen oder dokumentieren illegale Taten von Unternehmen oder Regierungen, ohne zu riskieren, selbst identifiziert zu werden. Journalisten können so ihre geheimen Informanten kontaktieren. Auch das WikiLeaks Netzwerk und Whistleblower wie Chelsea Manning und Edward Snowden haben das Dark Web genutzt, um Ihre Botschaften zu verbreiten.

Während diese Beispiele im Zeichen der Informationsfreiheit und Transparenz stehen, hat nicht jeder solch noble Motive. Kriminelle und Terroristen nutzen die gleichen anonymen Kanäle, um Strafverfolgungsbehörden zu umgehen.

Botnets

Ein Botnet ist ein Netzwerk aus infizierten Geräten, die alle von einem Hacker gesteuert werden können. Meist wissen die Besitzer nicht, dass ihre Geräte infiziert sind. Der Hacker kann mit ‚seinem‘ Botnet Viren verbreiten, nach privaten Daten phishen oder DDoS-Angriffe starten. Ein Botnet, das über das Dark Web läuft, kann weniger leicht entdeckt, abgeschaltet oder durch einen anderen Hacker gekapert werden, darum wird das Dark Web oft zu diesem Zweck benutzt. Im Dark Web verkaufen Hacker ‚gebrauchsfertige‘ Botnets und für viel Geld kann man die Kontrolle über eine riesige Menge an infizierten Geräten erlangen.

Bitcoin und Krypto-Währungen

bitcoinSo gut wie alle Zahlungen im Dark Web verlaufen mittels Krypto-Währungen. Diese Zahlungsmittel sind online Währungen, die weltweit genutzt werden. Um genauer zu sein, verkörpern Krypto-Währungen einen Wert, der in einem dezentralisierten, öffentlichen ‚Digital Ledger‘ (Kassenbuch) vermerkt wird (z.B. mit dem Blockchain-Protokoll). Hiermit unterscheiden sich die „Kryptos“ von gewöhnlichen Währungen. Sie sind unabhängig von Banken und Finanzinstitutionen und alle Überweisungen sind im Prinzip öffentlich sichtbar. Jedoch handelt es sich weniger um Währungen als um digitale Wertanlagen, da man sie auch nur im Internet wieder eintauschen kann, nicht im Laden um die Ecke. Trotzdem sind Krypto-Währungen wegen ihrer Anonymität das ideale Zahlungsmittel für das Dark Web.

Bitcoin ist die bekannteste Krypto-Währung und wird inzwischen auch außerhalb des Dark Webs verwendet. Aktuelle Fälle zeigen jedoch, dass dieser Zahlungsverkehr weniger anonym ist, als manche Nutzer gehofft hatten. Andere Arten von Krypto-Währungen sind auch sehr beliebt und versuchen ständig, die Mechanismen zur Anonymität der Nutzer zu verbessern.

Lady JusticeIn einem Wort: Ja. Das Dark Web und der Tor Browser sind in den meisten Ländern völlig legal. Sollten Sie im Dark Web Straftaten begehen, dann sind diese natürlich genau das: Straftaten. Daher unterstreichen wir an dieser Stelle ganz deutlich, dass Sie sich an die jeweils geltende lokale Gesetzgebung halten sollten.

Trotzdem wird oft vergessen, dass das Dark Web und der Tor Browser auch Werkzeuge sind, um unser aller Recht auf Privatsphäre und freie Meinungsäußerung auszuüben. Die Vereinten Nationen haben Privatsphäre als grundlegendes Menschenrecht formuliert. In den folgenden Artikeln wurde es verankert:

  • Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (UDHR) 1948, Artikel 12
  • Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR) 1966, Artikel 17
  • Amerikanische Menschenrechtskonvention, Artikel 11
  • Amerikanische Erklärung der Rechte und Pflichten des Menschen, Artikel 5
  • Europäische Menschenrechtskonvention 1950, Artikel 8

Die Nutzung des Dark Web ist in dem meisten Ländern also nicht illegal. Sie kann Sie jedoch für Strafverfolgungsbehörden verdächtig aussehen lassen. Die meisten angebotenen Produkte im Dark Web sind illegal, der Kauf also auch. Weil jeder diese Produkte kaufen könnte, versuchen Regierungen Dark Web-Nutzer im Auge zu behalten.

Sie können sich vorstellen, dass der unregulierte Teil des Internets der perfekte Ort für illegale Machenschaften ist. So sind viele Drogendealer und Waffenhändler hier zu Hause. Außerdem hat sich herausgestellt, dass Terroristen über das Dark Web kommunizieren und ihre Botschaften verbreiten. Insgesamt also möglicherweise kein Ort, an dem sich ein gesetzestreuer Bürger wiederfinden möchte.

Fazit

Wir empfehlen Ihnen das Dark Web NICHT zu benutzen, ohne sich vorher ausreichend abgesichert zu haben. Neugierde ist verständlich, aber ein unnötiges Risiko ist es nicht wert. Im Allgemeinen ist das Dark Web voll von Kriminellen und kriminellen Machenschaften. Treffen Sie die nötigen Vorsichtsmaßnahmen, ein guter VPN-Dienst und solide Antivirus- und Anti-Malware-Software sind essentiell. Bleiben Sie neugierig, aber bleiben Sie auch sicher!

Das Dark Web: Häufig gestellte Fragen

Kurze Frage über das Dark Web? Hier finden Sie Antworten.

Dark Web ist ein Sammelbegriff für alle Webseiten, die nur mit dem Tor Browser zugänglich sind und nicht über das normale ‚Surface Web‘. In den Medien wird das Dark Web oft als etwas gefährliches dargestellt, es umfasst jedoch auch legitime Webseiten, die sich mit völlig legalen Dingen befassen.

Das Surface Web umfasst alle Webseiten, die mit Browsern wie Google Chrome, Microsoft Edge und Mozilla Firefox aufgerufen werden können. Das Surface Web ist das ‚normale‘ Internet, wie die meisten Menschen es nutzen.

Im Deep Web befinden sich Webseiten, die nur mit einem Passwort oder anderer Authentifizierung aufgerufen werden können. Denken Sie z.B. an Ihr E-Mail-Postfach und Ihren Facebook-Account, aber auch an Ihre Dateien im Cloud-Speicher. In manchen Ländern wurde das Dark Web lange Deep Web genannt.

Um ins Dark Web zu gelangen brauchen Sie den Tor Browser. Dies ist ein spezieller Browser, der auch .onion-Adressen verarbeiten kann. Aus diesen .onion-Adressen besteht das Dark Web.

Eine .onion-Adresse ist die Adresse einer Webseite, die nur über den Tor Browser aufgerufen werden kann.

Tor steht für „The Onion Router“ und ist ein spezieller Browser, mit dem Dark Web Seiten aufgerufen werden können.

Im Dark Web gibt es viele verschiedene Seiten. Von Buchrezensionen und regulären Webseiten, die auch eine .onion-Adresse haben (z.B. Nachrichtenseiten), bis hin zu Schwarzmärkte für Drogen und Porno-Seiten.

Ja, das Dark Web ist legal. Jedoch ist es sehr wohl möglich, dass Webseiten und Inhalte im Dark Web illegal sind.

Cyber-Sicherheitsanalytiker
David ist ein Cyber-Sicherheitsanalytiker und einer der Gründer von VPNoverview.com. Er interessiert sich für das Phänomen der „digitalen Identität“, mit besonderem Augenmerk auf das Recht auf Privatsphäre und den Schutz persönlicher Daten.

Mehr Artikel aus dem ‘Anonym surfen’ Dossier

Kommentare
Einen Kommentar verfassen
Einen Kommentar verfassen